Staatsgeheimnis gelüftet: Ernährung macht krank oder gesund

Verarbeitete Lebensmittel im Überfluss bröckeln uns eine Suppe ein, die den Industrienationen schwer aufstößt. Eine Suppe voll tödlicher Krankheiten. Statt Gesundheitssystem und Pharmafirmen die gewinnbringende Suppe auslöffeln zu lassen –  könnten uns wiederum Lebensmittel davor retten,

Verarbeitete Lebensmittel im Überfluss bröckeln uns eine Suppe ein, die den Industrienationen schwer aufstößt. Eine Suppe voll tödlicher Krankheiten. Statt Gesundheitssystem und Pharmafirmen die gewinnbringende Suppe auslöffeln zu lassen –  könnten uns wiederum Lebensmittel davor retten, dass uns dieser giftige Cocktail im Rachen stecken bleibt.

Vormittags ein Stück Weißbrot, etwas Butter, Käse. Mittags ein kleines Stück Cheeseburger mit Pommes. Nachmittags ein Stück Kuchen und abends ein paar leckere Käsekrainer mit Senf und Ketchup. Zum Fernsehen ein paar Chips und Schokolade. Und zwischendurch ein bisschen Cola-Rotwein. Gut das sind Extrembeispiele. Dennoch verkörpert diese appetitliche Kost den Inbegriff an Problemen der westlichen Welt im Zusammenhang mit der Ernährung. Denn während wir uns den nächsten Burger gönnen, fielen 2017 11 Millionen aufgrund ungesunder Ernährung tot um.

Ungesunde Ernährung rafft Europa nieder

Kein Giftgas – kein Massenvernichtungsmittel – keine Übertragung – aber dennoch Millionen Opfer.

Experten tauften diese Ernährungsform auf den Namen “westliche Diät”. Leider sterben oder erkranken ausnahmslos alle Populationen, die sich über diese einzigartige Diät ernähren – meistens früher als es ihnen lieb ist. Denn wo westliche Diät draufsteht, stecken verarbeitete Nahrungsmittel, rotes Fleisch,  gesättigte Fette,  Zuckerzusätze sowie raffinierte Kohlenhydrate und hohe Salzgehalte drinnen. Da erscheint es auch nicht sonderlich überraschend, dass durch diese Kostform keine Kilos schwinden. 

Von westlicher Diät zu nicht übertragbaren Erkrankungen

Die Analyse der Studie „Globale Burden of Desease Study 2010“ legte in diesem Kontext den Finger in die Wunde. Nichtübertragbare Krankheiten (NCDs), die auf ungesunde Ernährung zurückzuführen sind, stecken wie ein Dorn im übergewichtigen europäischen Gesäß. So verzeichnet die europäische Region 2010 den höchsten Anteil an NCDs unter allen WHO-Regionen. Diese nichtübertragbaren Krankheiten stellen ebenfalls die Hauptursache für Behinderung und Tod dar. Vier Krankheiten ragen bei dieser Erhebung heraus.

4 Krankheiten – 1 Verursacher

  • Herzkreislauferkrankungen
  • Diabetes
  • Krebs
  • Atemwegserkrankungen

Das sind die Big 4 an Krankheiten, die von ungesunder Ernährung verschuldet werden. Zusammen machen sie sage und schreibe 77% der Krankheitslast und fast 86% der vorzeitigen Todesfälle in Europa aus. Verursacht werden diese Krankheiten oftmals durch Übergewicht, welches wiederum durch die westlichen Ernährungsgewohnheiten verursacht wird. 

Steigende Raten an Übergewicht und Adipositas

Die Statistiken lügen hier nicht: Laut WHO-Datenarchivs, für das Global Health Observatory wiegen in Europa  57,4% der Erwachsenen (≥ 20 Jahre) zu viel. Schätzungsweise töten Übergewicht und Fettleibigkeit jedes Jahr in 20 Ländern Westeuropas etwa 320 000 Männer und Frauen.

Zeitgleich konnten die Wissenschaftler auch immer häufiger ein zeitgleiches Auftreten von Fettleibigkeit und Nährstoffmangel hinweisen. Ein Detail, welches für eine hohe Aufnahme von Kalorien bei gleichzeitig niedriger Zufuhr von Mikronähstoffen, Vitaminen etc. spricht. Wie kann das sein? Wie kann man einerseits zu viel essen und trotzdem einen Mangel an Nährstoffen im Blut aufweisen? Die Antwort: Westliche Diät.

Durch ein Zuviel an Lebensmittel zu Zivilisationskrankheiten

Bei den Lebensmitteln, die diese traurige Statistik zu verantworten haben, handelt es sich nämlich um stark raffinierte Lebensmittel. Um technologische Vorteile, wie eine bessere Backfähigkeit, längere Haltbarkeit etc. zu generieren, wurde Pflanzen sowie Tieren die Seele entfernt. Was übrig bleibt, schmeckt zwar köstlich, doch von dem einstigen Lebensmittel blieb nur wenig übrig.

Das Problem: Während sich die technologischen Möglichkeiten bei der Verarbeitung von Lebensmitteln rasant entwickelten, konnte die Evolution nicht Schritt halten. Während Geschmacksinn und Hypothalamus sagen: Gib mir mehr von diesem leckeren Zeug, Baby. Wehrt sich wiederum der Rest des Menschen mit jeder Zelle seines Körpers gegen das, was in Form von diesen leeren Kalorien übrig bleibt. Die Menschheit ist nämlich evolutionsbedingt nicht auf industriell verarbeite Lebensmittel – mit einem hohen Gehalt an Zucker, Salz und tierischem Fett angepasst. Über steinzeitliche Fritteusen oder Backöfen trugen die Ausgrabungen bislang nichts zutage. Vielmehr hat sich der Mensch Jahrtausende von ganzen Obst- und Gemüsestücken, Beeren, Wurzeln sowie überschaubaren Mengen Fleisch ernährt. Zusätzlich prekär: Süß war lange ein Zeichen für reif. Nun trickst die Industrie auf diese Art und Weise Millionen von Jahren genetische Geschichte aus. Deshalb verlangt das Gehirn immer nach mehr, während die Arterien verkalken und die Hüfte verfettet. 

Füttert wir beispielsweise Ratten mit einer Mischung aus 50% Kohlenhydraten und 50% Fett, geht es ihnen wie uns. Sie fressen im wahrsten Sinne des Wortes, bis sie platzen. In Anbetracht dieser Fakten dürfte auch die folgende Überschrift zu keiner Schockstarre mehr führen.

Eine schlechte Ernährung ist für mehr Todesfälle verantwortlich als jeder andere Risikofaktor

Nicht nur Ratten verendeten. Schätzungsweise elf Millionen Menschen starben 2017 aufgrund ungesunder Ernährung. Das sei jeder fünfte Todesfall, berichten Forscher im Fachblatt „The Lancet“.  

Gegenmaßnahmen? Fehlanzeige!

Diese Ergebnisse mögen zwar schockierend sein – aber neu sind sie längst nicht mehr. Nichtsdestotrotz unternehmen wir viel zu wenig gegen dieses bedrohliche Szenario. Hingegen ertönen reichlich Störfeuer aus den Lagern der Industrien. Die ganze Zeit wird verschwendet. Ständig werden Heil bringende Substanzen  analysiert – während wir das ursächliche Problem gekonnt ignorieren.

Offenbar denken die meisten: Wen interessiert’s. Das ist das 21. Jahrhundert. Wenn wir krank werden, lassen wir uns einfach ein schönes Tabletterl verschreiben. Und wir können für immer essen, was wir wollen. Schweinsbraten mit Eis und Gummibeeren. Um es charmant auszudrücken: Wir sind faule Säcke, die Spaß wollen anstatt zu maßregeln. 

Nur so lassen sich die exorbitanten Ausgaben für Medikamente erklären. 2017 überschreiten deren Ausgaben weltweit tatsächlich die 1,1 Trillion Dollar Grenze. Und das, obwohl wir wissen, dass Lebensmittel diesen Part ebenfalls übernehmen könnten.

Warum lassen wir nicht Lebensmitteln die Suppe auslöffeln?

Über die vorteilhafte Wirkung von Lebensmittel in diesem Kontext wissen wir längst bescheid. Demnach können Lebensmittel Krankheiten besser und sicherer beseitigen – und das ohne Nebenwirkungen – als es Medikamente je könnten. Da erscheint doch dieser Einwand angebracht: Warum sollen wir Pharmafirmen den vollen Rachen noch voller stopfen, wenn doch auch Lebensmittel unsere verstopften Arterien befreien können. Nur eben die Richtigen. Trotz dieses Know-hows, werden diese Erkenntnisse nur zu selten zu den Patienten transportiert. Denn traurige Wahrheit ist: Leider profitiert monetär keiner von Lebensmittelmedizin – außer die Patienten. Deshalb nimmt die Ernährungsmedizin nur einen überschaubaren Teil der Ausbildung von heranwachsenden Medizinern ein.

Da erscheint es ja als reine Blasphemie, dass ich nun trotzdem das wohlgehütete Geheimnis lüfte. Ohne damit Gewinn zu machen:

Lebensmittel können uns retten

Studien weisen darauf hin, dass die Folgen der westlichen Ernährung revidierbar sind. Und das sogar relativ schnell. Insofern wir noch vor unserem Tod mit Gegenmaßnahmen beginnen. So konnte bei einer typischen amerikanischen Bevölkerungsgruppe, die sich nur moderat von der westlichen Diät entsagte, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 80 Prozent, das Risiko an Diabetes zu erkranken um 90 Prozent und das Darmkrebsrisiko um 70 Prozent minimiert werden. Und mit dieser genesenden Zusammensetzung an Lebensmittel vollbrachten sie das nie da gewesene “Wunder”:

Die geheime Tinktur für ein gesundes Leben (für präventive und akute Anwendung)

  • Wenig Transfette (Frittiertes wie Pommes, Chips)
  • Hohes Verhältnis von mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu gesättigten Fetten (viele hochwertige pflanzliche Öle, Fisch; sehr wenig tierisches Fett)
  • Genügend Nüsse und Samen
  • Genug Obst und Gemüse
  • Viel Vollkorn (wenig verarbeitete Lebensmittel, wenig raffiniertes Mehl)
  • Die empfohlene Tagesdosis Folsäure (grünes Blattgemüse etc.)
  • Wenig Alkohol

Zusätzlich:

  • Nicht rauchen
  • 30 Minuten körperliche Bewegung pro Tag
  • BMI (Body Mass Index) dauerhaft unter 25 kg/m^2

 

Klingt doch machbar, nicht?

Die beste Option ist es aber, es gar nicht so weit kommen zu lassen und sich von Anfang an gesund zu ernähren. In diesem Fall können dieselben Lebensmittel helfen. Am Günstigsten beginnen wir jedoch so früh wie möglich damit. Dann brauchen wir weder den Pharmafirmen den Rachen vollstopfen, noch die Artikel von Ernährungsgurus lesen. Und wir brauchen auch nicht um Absolution bitten, wenn es bereits zu spät ist.

 

Zum Abschluss noch ein weiterer lange geheim gehaltener Expertentipp von mir: Desto weniger eine Zutat aussieht, als könnte sie einmal gewachsen oder gelebt haben, desto ungesünder.

So, mit dieser Erkenntnis entlasse ich euch nun aus dem Artikel und wünsche euch: Eine gute Nacht!

 

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                                 Wie kann ich unendlich lange leben?

 

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