Österreichische Kartoffelernte um bis zu 50 % eingebrochen

Im Mai könnten in heimischen Supermärkten erstmals die Erdäpfel knapp werden Nach den etlichen botanischen Sensationen: Hier wachsen auch Zitronen und Ingwer – befindet sich nun die nächste botanische Frustration auf dem Landeanflug. Nach den

Im Mai könnten in heimischen Supermärkten erstmals die Erdäpfel knapp werden

Nach den etlichen botanischen Sensationen: Hier wachsen auch Zitronen und Ingwer – befindet sich nun die nächste botanische Frustration auf dem Landeanflug. Nach den Fichten hat der Klimawandel jetzt auch den Kartoffeln den gar ausgemacht – beziehungsweise 30-50 % von ihnen. So hoch soll laut Schätzungen der diesjährigen Ernteausfall ausgefallen sein. Insider stufen den Verlust bei der Ernte 2018 sogar als den größten in der Geschichte ein. Bis Mai könnten nun die Lager aufgebraucht sein. Engpässe sind nicht auszuschließen. Pommes und Chips werden sich kurz oder mittelfristig verteuern. Kartoffeln müssen aus dem Ausland zugekauft werden. Die ausführenden Organe des Klimawandels waren dieses Mal: Die große Dürre und die dadurch begünstigten Schädlinge. Als Resultat sehen die Kartoffeln nun blöd aus der Wäsche. Ihre diesjährige Optik erscheint ausbaufähig. Fraßspuren vom Drahtwurm sowie schwarze Stellen verschandeln ihr Haupt – oder sie sind einfach zu klein gewachsen.

Verluste könnten sich noch verkleinern

Sogar 70 % der gesamten Ernte soll heuer eines dieser optischen Zeichen aufweisen. Mit hoher Mühe wurden die Kartoffeln zwar aussortiert, um die Ausfälle zu mindern. Dennoch, auch wenn die inneren Werte der hässlichen Kartöffelchen in Ordnung sind – standen die Käufer bislang vor der Wahl – hätten sie überwiegend die schönen und gleichmäßigen in ihr Körbchen gegeben. Deshalb ist noch abzuwarten, wie der Handel die beschädigten Kartoffeln annimmt. Grundsätzlich könnten sich die Verluste bei optimalem Verlauf aber etwas minimieren.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Abseits dieser heimischen Tragödie toben gegenseitige Schuldzuschreibungen: Die Bauern verurteilen die Umweltmaßnahmen der Supermärkte und deren Entscheidung, nur noch pestizidfreie Kartoffel zu verkaufen. Die Supermärkte kontern: Auch Bauern die Pestizide einsetzten, hätten mit vergleichbaren Problemen zu kämpfen. Nun wollen die Bauern erneut die Zulassung eines gegen den Drahtwurm wirksamen Pflanzenschutzmittels erwirken. Um ihre Forderungen umzusetzen starteten die Bauern – bewaffnet mit Kartoffeln – am Donnerstag, dem 25. April ihre Traktoren, um am Wiener Heldenplatz auf das Problem aufmerksam zu machen.

Seien Sie ein Held/eine Heldin

Kartoffeln sind eines der Hauptnahrungsmittel in Österreich und auch, auf die realen Zufuhrmengen gerechnet, einer der größten Vitamin-C-Lieferanten des Landes. Historisch haben sie die Nation über viele kalte Winter gebracht und uns zuverlässig bei Hungersnöten mit dem Nötigsten versorgt. Nun zollen sie dem Klima ihren Tribut. Das ist für uns genau der richtige Zeitpunkt um uns für ihre langjährige Treue zu revanchieren. Deshalb unser Tipp: Seien Sie doch dieses Jahr einmal die Hedin/der Held und retten Sie auch die hässlichen Kartoffeln. Die österreichischen Bauern werden es Ihnen danken.

Zukünftig werden sich die Bauern auf jeden Fall auf die geänderten Bedingungen abstimmen und das Saatgut weiter auf das geänderte Klima zuschneiden müssen. Immer mehr traditionelle Lebensmittel werden weichen. Neue Lebensmittel, die besser angepasst an die zukünftigen Herausforderungen sind, werden kommen.

One thought on “Österreichische Kartoffelernte um bis zu 50 % eingebrochen

  1. Wer ist dafür verantwortlich, dass die Erdäpfel im Supermarkt nur “gewaschen ” angeboten werden? Gewaschene Erdäpfel sind im Keller nicht haltbar..

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bohnenpromenade Newsletter

Wir backen Cookies. Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung