Jungbrunnen erschlossen: Wie Ernährung das Altern stoppt

Für immer jung! Mit welcher Ernährung werde ich am ältesten? Eine Geschichte über Schnürsenkel, Telomere und das langlangsame Altern Der Mythos der Unsterblichkeit verfolgt die Menschheit schon seit Anbeginn ihrer Tage. Wissenschaftler nähern sich nun

Für immer jung! Mit welcher Ernährung werde ich am ältesten?

Eine Geschichte über Schnürsenkel, Telomere und das langlangsame Altern

Der Mythos der Unsterblichkeit verfolgt die Menschheit schon seit Anbeginn ihrer Tage. Wissenschaftler nähern sich nun immer weiter der Lösung. Jetzt sollen gerade die Kappen von Schnürsenkeln das Ende dieser Odyssee eingeläutet haben? Ein gesunder Lebensstil kann diese “Kappen” verlängern. Und noch mehr: Aktuellen Erkenntnissen zufolge leben Veganer deshalb am längsten. 

Telomere schützen unser Erbgut

Schnürsenkelkappen? Sie haben richtig gelesen. Stellen Sie sich vor, der gesamte Bauplan Ihres Körpers – und somit Ihre DNA – wäre auf Ihren Schnürsenkeln gespeichert. Die Plastikkappen an den Enden schützen die Schnürsenkel davor auszufransen. Exakt diese Kappen bewahren im Körper unsere Zellen davor, angegriffen oder beschädigt zu werden. Dadurch können sie einerseits für ein langes Leben eine gewichtige Rolle spielen. Andererseits können sie auch als Marker für Krankheiten dienen.

Grundlage des Alterns?

Diese Kappen nennen wir in der Genetik Telomere. Ein kleiner Nachteil von ihnen: Auch wenn sie ihr Leben der Integrität unserer DNA gewidmet haben – ihre Solidarität ist begrenzt. Denn blöderweise haben Telomere grundsätzlich eine dem unendlichen Leben sehr abträgliche Eigenschaft: Jedes Mal, wenn sich die Zelle teilt, werden die Telomere am Ende des Chromosoms kürzer. Während jeder Zellteilung im Verlauf des Alterungsprozesses verkürzen sie sich so um eine gewisse Länge. Demnach weisen Neugeborene noch sehr lange Telomere auf. 35 Jahre später sind sie bereits um ein Viertel geschrumpft. 65 Jahre nach der Geburt bleibt nur noch die Hälfte der ursprünglichen Länge übrig. 

Je, länger, desto besser

Zur Einstufung: Im Generellen konnten Studien zeigen, dass Menschen mit langen Telomeren länger und gesünder leben, als jene mit kürzeren Telomeren.

Zellen vergreisen

Die Schnelligkeit, mit der sich die Telomere verkürzen, ist unter anderem genetisch beeinflusst. Nach 50 – 100 Zellteilungen sind sie zu kurz geworden. Dann kann sich die Zelle nicht länger teilen und geht schließlich in den Ruhestand. Sie „vergreist“. Und Sie können sich vorstellen, was mit vergreisten Zellen bald passiert? Richtig! Sie werden ins Altersheim geschickt und sterben ab. Den Telomeren geht es demnach wie den Menschen denen sie gehören.

Telomere als prognostischer Marker für Alterung, Krankheit und vorzeitige Morbidität

Dem nicht genug: Der Verkürzungsprozess der Telomere wird neben dem Alterungsprozess auch mit Krebs, chronischen Krankheiten (Diabetes, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen sowie einem erhöhten Sterberisiko in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund werden Telomere auch mit dem Zünder einer Bombe verglichen. Denn je kürzer die Zündschnur (Telomere), desto näher stehen wir vor Tod oder Krankheit.

Zum Glück können wir den dahintersteckenden Mechanismus überlisten. 

Nobelpreis für unendliches Leben?

Weil keine gerne stirbt und älter wird – und weil sie eben nicht irgendwelche 08/15 dahergelaufenen Schnürsenkel sind, erlangten die Schutzkappen unserer DNA Berühmtheit – und die triebfederführende Molekularbiologin Elizabeth Blackburn gleich mit dazu. Denn Blackburn wurden 2009 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet, weil Sie das Enzym entdeckte, das zur Erneuerung der Telomere essentiell ist. Die Telomerase. Auf Basis dieses Durchbruches entwirrte die Wissenschaft schlussendlich das Geheimnis einer lebensverlängernden Ernährung.

Telomerase als Verjüngungskur?

Die Telomerase rettet uns im wahrsten Sinne des Wortes. Denn sie baut die Telomere wieder auf. Kann dadurch unsere Leben verlängern und unsere Krankheiten minimieren. Wenn wir uns nur nach Ihren Vorstellungen verhalten beziehungsweise ernähren. 

Was meine Telomere nicht mögen

Denn während schlechte Ernährung, Übergewicht (BMI über 25)zu wenig Bewegung, Stress sowie Rauchen unsere Telomere verkürzen. Kann richtige Ernährung gleichzeitig das Gegenteil bewirken.

Wie wir unsere Telomere verlängern und warum Veganer die Längeren haben

Dr. Dean Ornish mit Blackburn fanden 2008 heraus, dass bereits eine vollwertige dreimonatige Nahrungsaufnahme auf pflanzlicher Basis in Kombination mit einem gesunden Lebensstil die Telomeraseaktivität signifikant erhöhte. In der Studie verordnete er der Kontrollgruppe folgende Ernährung:

  • Pflanzliche Vollwertkost mit hohem Gehalt an Obst, Gemüse, unraffiniertem Getreide und Hülsenfrüchten
  • Wenig raffinierten Kohlenhydraten
  • Wenig Fett (10% der Gesamtkalorien)  

Darüber hinaus erteilten sie den Auftrag zu einer Lifestyle-Modifikation in Form von:

  • Mehr Bewegung 
  • Stressbewältigung
  • Sowie sozialer Unterstützung 

Mit Erfolg. Nach der Studienzeit zeigte sich, dass eine vollwertige vegane Diät, die Alterung verlangsamen konnte.

Die Wissenschaftler hatten aber noch nicht genug und veröffentlichten 2013 eine Folgestudie. Diese bestätigten mit denselben Probanden die Erkenntnisse: Während die Telomerlänge in der Kontrollgruppe erwartungsgemäß abgenommen hatte – waren die Telomere in der pflanzlichen Diätgruppe tatsächlich sogar gewachsen. Das heißt, Alterung ist umkehrbar? Eine Sensation! Die Wissenschaft sowie alle Alten und Schönen waren entzückt. Aber es folgten zusätzliche Erkenntnisse.

Ernährung schlägt alle anderen Faktoren

Anhand ihrer Erkenntnisse und deren anderer Untersuchungen gewann die Annahme Gewicht, wonach die anderen Faktoren in dieser Thematik nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Ernährung hingegen konnte in diesem Zusammenhang als jener Faktor isoliert werden, der den größten und wesentlichsten Unterschied ausmacht.

Und hier eben im Speziellen eine vollwertige vegane Kost.

Insbesondere scheint es hier von Bedeutung sich von stark verarbeiteten Lebensmitteln (Fast Food), Zucker, raffinierten Kohlenhydraten (z.B. Weißmehl), rotem Fleisch, Chips und Frittiertem, Wurst, Gepökeltem, zu vielen tierischen Fetten, viel Alkohol, Limonaden und andere stark zuckerhaltige Getränke zu entsagen. Stattdessen führen pflanzliche Ballaststoffe aus unraffinierten Produkten zu längeren Telomeren, weil Ballaststoffe viele Antioxidantien liefern. Antioxidantien wiederum stellen einen natürlichen Gegenspieler von oxidativem Stress dar, welcher Telomere schrumpfen lässt. So können sie Zellalterung verhindern und sogar rückgängig machen.

Einschränkung 

Natürlich müssen wir einschränken, Telomere sind nicht die einzige Ursache, warum Zellen in das Altersheim müssen. Die Telomere verkörpern darüber hinaus einen recht neuen Forschungsgegenstand. Zusätzlich existieren auch zahlreiche weitere Stressfaktoren, die Zellen altern lassen. Dennoch spielen Telomere eine zentrale Rolle im Alterungsprozess, glauben führende Forscher.

 

Deshalb unsere Empfehlung für ein langes Leben:

Gehen Sie raus und steigen Sie auf eine fleischlose Ernährung mit hochqualitativen Nahrungsmitteln um. Und entsagen Sie den verarbeiten Verführungen von Industrie,  Kaffeehaus und Konsorten. Ihre Schnürsenkel werden es Ihnen danken.

 

 

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