Jelly Bean, du falsche Bohne!

Kidneybohnen sind nicht gleich Kidneybohnen! Die Jelly Bean, die zu Deutsch Geleebohne heißt und von Groß und Klein geliebt wird für ihre bunten Farben und schier unendlicher Sortenvielfalt ist gar keine richtige “Bohne” – und

Kidneybohnen sind nicht gleich Kidneybohnen!

Die Jelly Bean, die zu Deutsch Geleebohne heißt und von Groß und Klein geliebt wird für ihre bunten Farben und schier unendlicher Sortenvielfalt ist gar keine richtige “Bohne” – und enthält auch nicht viele gesunde Vitamine und Proteinen.

Die Bohnenwerdung

Schon viel eher ist sie eine in Kidneybohnenform gegossene und konservierte Masse aus primär Zucker – und weiteren Zusatzstoffen, wie Maissirup, Maisstärke, Wasser Pektin und dem Emulgator Lecithin. Diese Mischung wir zunächst aufgekocht und eingefüllt. Dann abgekühlt und überzogen mit Carnaubawachs oder Bienenwachs, Zuckerglasur sowie Sortenabhängigen Geschmacks- und Farbstoffen. Bevor am Ende des Prozesses die fertige Jelly Bean steht. Nun wartet sie nur noch auf ihre Verpackung und ihren Verkauf.

Die Metamorphose von Zucker zu Bohne durchwandert sie dabei in einer amerikanischen Fabrik nahe San Francisco in Fairville. Dort werden über 100 Sorten erzeugt und abgepackt, deren Geschmacksnoten stark variieren können. Die Hauptinhaltsstoffe bleiben jedoch trotz der hohen Vielfalt kaum verändert. Ausgetauscht wird lediglich ein winziger Teil der Rezeptur: Die verwende Aromen und Farbstoffe.

So bleiben von tollen Namen wie Blaubeere, Zitrone, Mandarine und Ananas teils nur leere Versprechungen übrig. Die dazugehörige Frucht sucht man vergebens. Denn das Aroma kommt einzig von den zugesetzten Aromastoffen, die Farbe von den Farbstoffen.

Herstellung von Aroma- und Farbstoffen

Aromastoffe werden erzeugt, indem man entweder die Geschmacks und Geruchs gebenden chemischen Verbindungen von Naturstoffen extrahiert und konzentriert. Oder synthetische Stoffe mischt, die gewollt oder zufällig ähnlich riechen beziehungsweise schmecken. Farbstoffe hingegen sind grundsätzlich selten pflanzlichen Ursprungs. Üblicherweise sind sie Nachbildungen von in der Natur vorkommenden Substanzen oder gänzlich synthetische Verbindungen. Von Früchten bleibt somit nicht viel Frucht übrig. Von der Bohne bleibt nur die Silhouette. Aber Zucker bleibt Zucker!

Die Crux mit dem Zucker

Selbst wenn die Jelly Beans Ronald Reagans Lieblingssüßigkeit waren, er sie im Oval Office, in der Air Force One hortete und kein Meeting beginnen und schwierige Entscheidungen treffen wollte, ohne vorher ein Glas Jelly Beans geleert zu haben, täuscht das trotzdem nicht über die Tatsache hinweg, dass die Gelleebohne eine industriell gefertigte, ernährungsphysiologisch minderwertige Variante der nährstoff- wie ballaststoffreichen Kidneybohne ist. Weshalb dieser Zucker im Bohnenmantel besser nicht als Hauptnahrungsmittel herangezogen werden sollte.

Auch wenn Zucker grundsätzlich die Blut-Hirn-Schranke passieren und somit das kurzfristig dem Hirn denken hilft, indem er es mit wichtiger Energie versorgt. Ein langfristig erhöhter sowie regelmäßiger Konsum von niedermolekularem Zucker erhöht viel eher die Wahrscheinlichkeit an Diabetes, Karies, Krebs, Übergewicht, Demenz und mehr zu erkranken. Die Wahrscheinlichkeit sich hingegen durch einen hohen Geleebohnenkonsum selbst zu kandieren beziehungsweise zu glasieren und sich dadurch in ein bunt glänzendes, lang haltendes Jelly Bean zu konservieren, wird gemeinhin als überschaubar bis sehr gering eingestuft.

Weniger ist mehr

In diesem Fall stößt die Aussage: “Man ist, was man isst”, an ihre natürlichen sowie biologischen Grenzen. Beziehungsweise ist, was man isst, raffinierter Zucker und deshalb per se nicht erstrebenswert – auch wenn sie noch so bunt und einzigartig sind. Darüber hinaus sollte man nicht der Illusion erliegen, die Jelly Bean sei ein diätetisches Lebensmittel, nur weil sie damit beworben wird, dass sie kein Fett und weniger Zucker als Konkurrenzprodukte enthält. 60 Prozent Zucker und insgesamt 90 Prozent Kohlenhydrate pro 100 Gramm sind trotzdem nicht zu wenig. Ein sparsamer aber genussvoller Einsatz dieser Leckerei ist aufgrund dessen erstrebenswert – sei die Verführung noch so groß.

Post scriptum: Ob die aus Harry-Potter-Büchern bekannten Bertie Bott’s Bohnen in sämtlichen Geschmacksrichtungen auf Jelly-Belly-Geleebohnen basieren, ist nicht klar. Dass Jelly Beans in den USA für einige Zeit in den Geschmacksrichtungen (Gras, Schwarzer Pfeffer, Popel, Dreck, Regenwurm, Ohrenschmalz, Würstchen, faules Ei, Seife und Erbrochenes) angeboten wurden, jedoch schon.

Zu Ehren Ronald Reagans Ernennung zum Präsidenten der USA, wurde die Sorte Blaubeere entwickelt, obwohl er selbst eine starke Vorliebe für Lakritze hatte.

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