Butter mit katastrophaler Klimabilanz

Butter the bread with butter, oder doch lieber mit ganz etwas anderem? Butterbrot galt jahrhundertelang als eine scheinbar einzigartige Symbiose aus Brot und Butter. Doch nun bröckelt die Fassade. Butter ist nicht nur fett, sondern

Butter the bread with butter, oder doch lieber mit ganz etwas anderem?

Butterbrot galt jahrhundertelang als eine scheinbar einzigartige Symbiose aus Brot und Butter. Doch nun bröckelt die Fassade. Butter ist nicht nur fett, sondern auch stark konzentriert. Den Klimawandel beschleunigt sie sogar intensiver als Rinderfleisch. Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Zukünftig soll das Butterbrot ohne Butter serviert werden.

Butter vereint zugleich zwei Extreme:

Extrem köstlich und extrem umweltunfreundlich. 

Neben ihrer großartigen Schmierfähigkeit und geschmacksverstärkenden Wirkung ist Butter nämlich vor allem eines: Eine ökologische Katastrophe. Sie lässt die Pole schmelzen und überschwemmt ganze Landstriche – während sie in anderen Gebieten ganze Länder austrocknet. Zumindest indirekt. Naja, vielleicht trägt sie nicht die gesamte Verantwortung alleine. Aber auf der Hand liegt: Diese Verführung aus 82-prozentigem Fett und Wasser ist der Klimakiller par excellence.

Co2-Schuld 

So trägt ein Kilo konventionelle Butter eine CO2-Schuld von fast 24 Kilo. Rindfleisch in derselben Menge verursacht nur 13 Kilo an CO2. Somit produziert Butter um über 80 Prozent mehr CO2-Emissionen als Rind. Sein knuspriger Untergrund, auf den wir unseren Butter schmieren, weißt pro Kilo nur eine CO2-Schuld von 780 Gramm auf. Des Weiteren weißen Kartoffeln nicht einmal 200 Gramm – Tofu nur ein Kilo – und frisches Gemüse gar nur 150 Gramm auf. Das meint das Öko-Institut. Doch woran liegt das? Warum schneidet Butter sogar schlechter als das verschriene Rindfleisch ab?

Komprimiert auf ein 250-Gramm-Packerl

Ein Grund: Tierische Produkte gehen grundsätzlich mit negativen Aspekten auf Umwelt und Klima einher. Bei der Herstellung von Butter werden diese auch noch stark konzentriert. Erst dann können wir sie auf unser Brot schmieren. Im Verhältnis zu Rinderfleisch gestaltet sich die Erzeugung von Butter zudem energieintensiver. Das Problem bei Butter: Hohe Gehälter an tierischem Fett erfordern viel Milch.

Für die Herstellung von 1 Kilo Butter (4 Päckchen) benötigen wir zum Beispiel 18 Liter Milch. Zum Vergleich: Für 1 Kilo Sahne verbrauchen wir 7 Liter Milch. Für 1 Kilo Hartkäse etwa 13 -15 Liter Milch. 

Zusätzlich belasten Verpackung, Transport und energieintensive Kühlketten die Bilanz.

Haltung und Futtermittel

Um den ständig steigenden Bedarf an Butter zu decken, muss sich Susi ihren Stall mit immer mehr Kolleginnen teilen. Gemeinsam müssen sie extrem viel Milch durch ihr Euter pressen, bevor wir in den Genuss dieses 8-kantigen Ziegels kommen können. Damit einher geht eine immer höhere Nachfrage nach Land beziehungsweise Weiden. Immer mehr Wasser wird benötigt. Immer mehr Futtermittel müssen herangeschafft werden, um die enormen Mengen zu bewältigen (Abholzung von Tropenwäldern). Damit verbunden: Massive Veredelungsverluste. Ressourcen werden nicht direkt vom Menschen gegessen. Vielmehr muss zunächst ein sehr Energie aufwendiger Zwischenschritt produziert werden.

Das führt zu mehr Emissionen von Treibhausgasen. Neben Kohlendioxid (CO2) werden hier auch andere Treibhausgase emittiert, welche den Klimawandel vorantreiben. Zum einen setzen Rinder bei ihrer Verdauung Methan (CH4) frei. Zum anderen entsteht durch stickstoffhaltige Düngemittel in der Landwirtschaft und die Tierhaltung Lachgas (N2O). Beide sind besonders mit der Rinderhaltung assoziiert. Beide beeinträchtigen unsere Klima in enormem Ausmaß.

Methan ist auf einen Zeitraum von hundert Jahren bezogen 25-mal klimawirksamer als Kohlendioxid – Lachgas sogar 298-mal. 

Verbrauch von Butter

Sage und schreibe 29,3 Prozent der in der EU produzierten Milch wird für Butter verwendet! 4,32 Kilo verbrauchte der Durchschnittseuropäer 2017 – also etwas mehr als 17 Päckchen Butter im Jahr. Das entspricht 1,4 Päckchen im Monat. Die Österreicher schmieren sich 1,8 Packungen, die Schweizer 1,7 – und die Deutschen fast 2 auf ihr Brot.

 

 

Natürlich müssen wir einschränken: Wir essen nicht unbedingt einmal an einem regnerischen Nachmittag aus Liebeskummer ein Kilo Butter. Trotzdem, wer weniger Butter isst,  schützt Tier und Umwelt – und verdienst sich ein Bohnenpromenadenabzeichen.

 

 

5 thoughts on “Butter mit katastrophaler Klimabilanz

  1. Man kann einfach alles schlechtreden. Dass Butter gesundheitsschädlich sei, hat die Margarine-Industrie verbreitet. Jetzt weiß so gut wie jedes Kind, daß das eine Lüge war. Nun kommt die CO²-Keule für die Butter daher. Palmöl wird blöderweise für so gut wie alles verwendet, wird außerdem noch in den Tank gefüllt und zerstört den Regenwald nachhaltig.
    Zum Essen bleibt bald nichts mehr übrig, weil alles ‘Pfui’ ist, die Umwelt zerstört, Tierleid produziert und unmoralisch ist.
    Wenn wir in den letzten Jahrzehnten unseren Konsum nicht so unverantwortlich gesteigert hätten und die Bevölkerungszahlen so explodierten, würde all das keine Rolle spielen.
    Und was darf ich jetzt – ohne schlechtes Gewissen – noch auf mein Brot schmieren?

    1. Und was darf ich jetzt – ohne schlechtes Gewissen – noch auf mein Brot schmieren?

      Jetzt ernsthaft?
      Wie wärs mit Marmelade? Hummus? In Olivenöl eingelegte Tomaten und Oliven mit Rosmarin und Knoblauch? 😉 Oder unendlich Aufstrichvarianten die halt nicht auf Butter, Palmfett oder ähnlichem basieren… Es gibt glücklicherweise noch mehr zu essen als nur Brot mit gehärtetem Fett drauf 🙂

  2. Ich beziehe mich auf den Kommentar von Lisa Natterer.
    Wenn SO detailliert beschrieben wird, wie “klimaschädlich” die Produktion von Butter ist, kann/sollte/DARF man nicht von “Schlecht reden” und “CO-2-Keule” schwadronieren.
    Ich habe ein Enkelkind im Alter von 7 Monaten.
    Ich möchte NICHT, dass er in 20, 30 Jahren all die “CO-2-Keulen-Schwadronierer”[zu Recht] verfluchen wird/muss!

  3. Es ist nicht „nur“ das Klima, auch das Tierleid ist In der Milchindustrie besonders groß. Neun Monate trägt die Kuh ihr Kalb und es wird ihr innerhalb weniger Stunden entrisssen. Kühe sind sehr mütterlich und rufen viele Tage oder Wochen nach ihrem Baby…. manche hören af zu fressen. Nach einem Jahr werden Sie wieder geschwängert von Menschenhand um dann sobald sie nicht mehr genug Milch geben geschlachtet. Sie ist dann ca 5-7 Jahre alt, eine Kuh wird aber eigentlich 25 – 30 Jahre alt. Die männlichen Kälbchen werden übrigens entweder sofort oder nach kurzer Zeit geschlachtet, die weiblichen Kälbchen gehen den Weg ihrer Mütter, mit einem Jahr trächtig und so weiter und sofort. # ditch dairy

  4. Ähm, alles außer Butter und Palmöl? Wie wäre es zum Beispiel damit, nur Marmelade zu essen, anstatt noch eine fettige “Unterlage” auf dem Brot zu haben?

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