24,5 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung (für Anfänger)

Dr.Bohnatello, Dogomil und unser Ernährungsexperte und Küchenchef Bohnangelo, MSc gehen am psychischen Zahnfleisch daher. Wieder flatterte eine Begräbniseinladung herein. Wieder biss ein Lebensmittelkollege ins Gras. Wieder war es Totschlag. Dieses Mal erstickte Gunigunde die ehemalige TruthähnIn und

Dr.Bohnatello, Dogomil und unser Ernährungsexperte und Küchenchef Bohnangelo, MSc gehen am psychischen Zahnfleisch daher. Wieder flatterte eine Begräbniseinladung herein. Wieder biss ein Lebensmittelkollege ins Gras. Wieder war es Totschlag. Dieses Mal erstickte Gunigunde die ehemalige TruthähnIn und zuletzt im Supermarkt als Putenschnitzel angestellte unter Tonnen von Müll. Eiskalt war sie zuvor im Supermarkt aussortiert geworden, weil der Tag gekommen war. Der letzte Tag der Mindesthaltbarkeit. Dabei war sie noch einwandfrei genießbar. Keine Verwesung. Kein Gestank. 1,3 Mrd. Tonnen Lebensmittel gehen auf diese oder ähnliche Art und Weise jährlich über den Jordan. Dieser Zustand spitzt sich laufend zu. Heute war Gunigunde nicht mehr gut genug. Gestern verschimmelten Fritz, Anton und Sybille im Toten Winkel des Kühlschrankes. Vorgestern zerbröselte Bernd das Brot, weil er falsch gelagert wurde. Und morgen finden wir uns alle in einer zum Himmel stinkenden Mülldeponie wieder. Genug! Diesem Wahnsinn muss Einhalt geboten werden. Die nachfolgenden Tipps zur Lebensmittelverschwendung sollen dieser Fehlentwicklung entgegenwirken. Selbst für die ganz Faulen wird etwas dabei sein. Zum Schluss unser Anliegen: Wenn ihr es schon nicht für die Tiere, Pflanzen und Lebensmittel macht, macht es für eure Geldbörse. Denn jährlich schmeißt jeder “Lebensmittelmörder” gleichzeitig Waren im Wert von über 300 Euro weg. Das muss doch nicht sein.

Lebensmittelverschwendung

Wie man Lebensmittel richtig rettet

 1.  Auf Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) pfeifen 

Überinterpretiere das MHD nicht. Denn dieses kennzeichnet mehr die Lebensmittelqualität, denn eine etwaige gefährdete Lebensmittelsicherheit. Verschwörungstheoretikern zufolge soll dieses einzig und allein den Konsum anheizen. Verkäufer garantieren dadurch lediglich, bis wann Lebensmittel “mindestens” haltbar sind. Das heißt aber längst nicht, dass Lebensmittel danach nicht mehr uneingeschränkt verzehrbar wären. Ein Extrembeispiel stellt hier Salz dar. Dieses lagert bereits seit Jahrmillionen im Boden. Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre dieses auch noch in Millionen von Jahren genießbar – da hätte der Klimawandel den Menschen längst den Garaus gemacht. Jetzt prangert auf ihm ein MHD von 3 Jahren. Vertraut stattdessen auf eure Sinne und riecht, schmeckt und kostet, um euch selbst einen Eindruck zu verschaffen. Als kleine Hilfe: Zucker, Honig und Schnaps können synchron zu Salz quasi nicht schlecht werden. Aber auch getrocknete Linsen, Bohnen, Nudeln, Reis, Konserven Joghurt, Sauerrahm etc. halten wesentlich länger, als das MHD vorgibt. Zusammengefasst hält (fast) alles viel länger als das MHD vermuten ließe.


2. Kauft saisonal und regional

Gemüse und Obst, das gerade Saison hat, hält sich länger, weißt einen höheren Vitamingehalt auf und reduziert zusätzlich die eigene Klimabilanz. Darüber hinaus schmeckt es einfach besser. Wer direkt beim Bauern kauft, kann zudem aus der Supermarktanonymität ausbrechen. Mit einer persönlichen Beziehung zum Bauern könnt ihr hier auch die Gegebenheiten bei der Aufzucht besser einschätzen.

3. Rettet nicht perfektes Obst und Gemüse

Kauft gezielt Obst und Gemüse mit Makel. Hässliche Lebensmittel hätten ohne euch keine faire Chance und würden von der Lebensmittelindustrie ausgeschlossen. Ohne euch würden sie vermutlich nicht einmal geerntet, sondern müssten am Acker verfaulen.

4. Rettet Lebensmittel kurz vor dem Ablaufen 

Macht einmal etwas ganz Verrücktes: Nehmt anstatt der Lebensmittel, die noch am längsten haltbar sind, jene, die am kürzesten haltbar sind. Und plant sie in euer nächstes Essen ein. Auf diesem Wege bekommt man auch so manch reduziertes Schnäppchen. Zusätzlich könnt ihr Nahrungsmittel retten, die anders vermutlich im Abfall gelandet wären.

5. Lagert richtig

Als Ansatzpunkt: Lagert Produkte wie in Supermärkten. Diese haben ein kaufmännisches sowie gesetzliches Interesse daran, möglichst wenige Lebensmittel verfaulen zu lassen. Als kleinen Zusatztipp: Äpfel haben nichts in der Nähe von Bananen zu suchen, da sie bei ihrem Reifungsprozess Ethylen freisetzen. Ethylen wiederum beschleunigt den Wachstumsprozess von bestimmten Obst- und Gemüsesorten. Bananen gehören dazu.

Viel Ethylen setzen auch folgende Produkte bei der Reifung frei:

Avocados, Birnen,Pfirsich, Nektarine,Feigen, etc.

Weitere Ethylen empfindliche Lebensmittel:

Kaki, Kiwi, Papaya, Mango, Passionsfrucht, etc.

6. Esst essbare Teile

Brokkoli, Champignons, Kohl und Konsorten ärgern sich grün und blau, wenn ihr ihre essbaren und herrlich schmeckenden Teile wie Kraut, Stamm, Strunk, Schale usw. nicht dieselbe Wertschätzung zuteilwerden lässt, wie Röschen, Kopf, etc. „Alle wollen nur an mein Röschen, keiner interessiert sich für meinen Strunk“, verschaffte Mubarak der Brokkoli erst kürzlich seinem Ärger Luft. 

7. Stopft euch eure Einkaufswagen weniger voll

Plant den Einkauf. Schreibt euch Einkaufslisten. Ansonsten verliert man leicht die Übersicht. Und keine Übersicht bedeutet: Eure Lebensmittel gammeln anonym dahin. Vielleicht wisst ihr nicht einmal, dass sie noch sehnsüchtig auf euch warten.

8. Kauft keine XL-Packungen, die ihr nicht aufbrauchen könnt

Erstens werdet ihr davon fett und zweitens leidet auch euer Karma. Denn wenn vom scheinbaren Schnäppchen die Hälfte in den Müll wandert, fällt das nicht unter die Kategorie „Kavaliersdelikt“.

9. Esst immer brav auf, damit es morgen schön wird

Wer immer brav aufisst, läuft nicht in Gefahr, einen Plan B für seine Reste finden zu müssen.

10. Resteessen

Solltet ihr es einmal doch nicht geschafft haben, alles zu essen, esst die Reste am nächsten Tag.

11. Verschenken oder einfrieren

Wollt ihr etwas gar nicht mehr essen, verschenkt die Sachen oder friert sie ein. Euer zukünftiges “Ich” oder jemand anderes freut sich darüber. Denkt aber daran: Dinge in eurem Gefrierschrank leben nicht für immer. Einfrieren kann zwar eine große Bereicherung für die Lebenszeit von Nahrungsmitteln sein. Eingefrorenes verliert aber gleichzeitig auch viel Wasser. Stichwort Gefrierbrand.

12. Esst weniger Fleisch und tierische Lebensmittel 

Fleisch benötigt bei der Produktion besonders viele Ressourcen. Verbraucht besonders viel Energie. Weggeschmissenes Fleisch macht sich darum besonders negativ in der Klimabilanz bemerkbar. Zur Veranschaulichung: Vegane Ernährung trägt je nach Literatur, um 8-17-mal weniger zur Klimaerwärmung bei als herkömmliche Ernährung. Vegetarische Ernährung weißt eine um 2-2,5-fach erniedrigte Klimabilanz auf. Daneben erscheinen die Praktiken bei der Produktion tierischer Lebensmittel zu oft nicht wirklich schmeichelhaft, wie Rudi das Schwein und Susi die Kuh berichteten.

13. Kauft Obst und Gemüse ohne Plastik

Die Lebensmittel ersticken in Plastik. Wenn ihr also schon dabei seid, euch Gedanken über euer Essen zu machen, dann macht sie euch auch über Plastik und reduziert dieses so weit wie möglich. Immerhin können die Fische im Ozean nichts für die Hygienebestimmungen in den Industrienationen sowie eure Bequemlichkeit.

14. Auffrischungskur – Salat, Kräuter Wurzelgemüse

Euer Salat, Wuzelgemüse und eure Kräuter lassen alles hängen und zeigen bereits erste Vorstadien des Todes: Kein Problem! Eine viertel Stunde in eiskaltem Wasser eingeweicht, sollten sie wieder zu Kräften kommen.

14.1. Auffrischungskur – Brot

Brot stellt eines der Lieblingslebensmittel der Europäer dar. Besonders lieben sie frisches Brot – und das am besten jeden Tag. Deshalb wirft zum Beispiel die größte Stadt Österreichs so viel weg, wie die zweitgrößte Stadt Graz produziert. Gut, dass ihr mit folgendem Tipp einen wesentlichen Gegenimpuls geben könnt: Es ekelt euch vor eurem Brot, weil dieses zäh und trocken wird. Kein Problem! Auch hier hilft Wasser. Je nach Dehydrierungsstatus wird zähes und leicht ausgetrocknetes Brot kurz mit Wasser benetzt – (fast) steinhartes Brot wird ein paar Minuten eingeweicht. Anschließend kommt es bei 180 °C in den vorgeheizten Ofen. Nach ein paar Minuten ist es dann wieder schön kross und fluffig. Fast wie frisch vom Bäcker.

15. Auf lange haltbare Lebensmittel setzen

Wer lange haltbare Lebensmittel vorrätig hat, muss seltener zum Einkaufen und verfällt weniger häufig den Angeboten. Durch die eiserne Reserve gelingt noch lange, nachdem alle frischen Lebensmittel aufgebraucht sind, ein schmackhaftes Gericht.

16. Ordnet Kühl-, Gefrier- und Trockenschrank 

Alles, was in den unendlichen Tiefen von Kühl-, Gefrier- und Trockenschrank verschwinden kann, fällt unter die Kategorie: Aus den Augen, aus dem Sinn. Schenkt euren Lebensmitteln Sinn und vermeidet Unordnung in Kühlschrank, Gefrierschrank und Trockenschrank. Wenn wir auf unsere Lebensmittel vergessen, ist das eine riesige Verschwendung. Haltet im Sinne eurer Lebensmittel die Dinge sauber und sichtbar und verwendet das Prinzip “First in, First out”: Nachdem ihr neue Lebensmittel gekauft habt, verschiebt ältere Produkte nach vorne, damit ihr sie zuerst verbraucht.

17. Führt Buch, falls ihr etwas entsorgen müsst

Falls ihr etwas wegschmeißen müsst, notiert Anzahl und Größe. So gewinnt ihr eine Übersicht über die Weitläufigkeit eures Handelns und sensibilisiert euch bei der Gelegenheit auch gleich selbst – falls das nicht ohnehin schon längst passiert ist.

18. Esst weniger außer Haus 

In Restaurants, Kantinen, etc. herrscht große Verschwendung außerhalb eures Einflussbereiches vor. Zu große Portionen werden serviert. Strenge Hygienerichtlinien führen zu kurzen Aufbewahrungszeiten der Speisen. Angestellte haben nur wenig Motivation für einen sparsamen Umgang. Herkunft und Zubereitungsart der Lebensmittel können darüber hinaus oft nicht nachvollzogen werden. Zusätzlich kommen hier, um den Kundenwünschen gerecht zu werden, oft nur die schönsten Teile in den Kochtopf. Der Rest landet im Mistkübel. 

19. Nehmt euch ein Gefäß mit beim Außer-Haus-Konsum

Wenn ihr allerdings nicht auf Restaurants, Kantinen etc. verzichten wollt, fragt nach kleinen Portionen. Teilt euch euer Essen. Und nehmt euch zur Sicherheit immer ein Gefäß mit, um nicht Gegessenes notfalls mitnehmen zu können. Mehrweggefäße aus Glas oder biologisch abbaubare Behältnisse sind die Alufolie 2.0 des 21. Jahrhunderts.

20. Weniger kochen 

Was nicht zu viel ist, kann nicht weggeschmissen werden.

21. Mit den Ressourcen des Arbeitgebers schonend umgehen

Ob die Angestellten von Gastronomie, Lebensmittelproduktion oder anderer Sparten. Wenn der Arbeitgeber bezahlt, zählen die guten Vorsätze oft nicht mehr. Es wird bestellt und verschwendet, was das Zeug hält. Hier sollte man, trotz überdimensional anmutender Versuchung, seinen Prinzipien treu bleiben. Und es so handhaben, als würde es sich um seinen eigenen Haushalt handeln.

22. Kauft euch nur kleine Portionen leicht verderblicher Lebensmittel

Schwer verderbliche Lebensmittel wie Konserven, Eingemachtes, Marmelade, getrocknete Nudeln, Getreide, Linsen, Bohnen, Reis können hingegen auch in größeren Mengen gekauft werden. Von ihnen geht kein großes Verschwendungspotential aus.

23. Geht niemals hungrig einkaufen

Wer mit einem leeren Bauch einkaufen geht, kauft erstens mehr und zweitens unwillkürlicher.

24. Holt euch Tipps bei Oma und Opa

Sie entspringen nicht aus Wegwerfgesellschaften. Haben teilweise den Krieg noch miterlebt. Deshalb weißen sie ein riesiges Know-how im Zusammenhang mit einem nachhaltigen und nicht verschwenderischen Lebensstil auf.

Eure Lebensmittel werden es euch danken.

Fortsetzung

Tipps gegen die Lebensverschwendung für Fortgeschrittene

9,5 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung (für Fortgeschrittene)

7 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung (für PROs)

 

 

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